Deutsche sind gefragt! – (mit Abstimmung)

Dieses kleine Erlebnis vom Wochenende ist einfach einen kurzen Blogpost wert!

Normalerweise fühlt man sich hier am Strand oder in den Clubs ein wenig stigmatisiert als Deutscher und das nicht gerade im positiven Sinne. Man hat das Gefühl alle Spanier würden 5x die Woche zum Bauch-Beine-Po-Kurs im Fitnessstudio gehen (besonders bei den Spanierinnen werden die Klamotten auch gerne so ausgewählt, dass man das sehr gut sehen kann… kurze, enge Kleider, Miniröcke, Hotpants… als sehr gerne gesehen bzw. getragen hier), 7x die Woche Joggen und natürlich hat jeder seinen ganz persönlichen Stylingberater, welcher zu jedem Anlass das Styling einfach perfekt abstimmt. Alle diese Dinge gelten für die weiblichen Spanier als auch für die männlichen.

Am Samstag zogen wir also von einem Club zum nächsten und konnten uns ausnahmsweise mal nicht so richtig entscheiden, wo es uns denn an dem Abend am besten gefiel. Schließlich entschlossen wir noch mal in den etwas edleren Club “Fortuni” zu gehen. Doch als wir um die Straßenecke bogen, rannten wir schon fast in das Ende einer Schlange von den oben beschriebenen Spaniern, die in eben diesen Club wollten. Bei dem Anblick dieser langen Schlange waren wir uns dann auch schnell einig, dass wir den Weg zu einem anderen nahe gelegenen Club aufsuchen müssen. Um 3 Uhr nachts, will man doch keine zwei Stunden mehr anstehen…

Schlange vor dem "Fortuni" Las Palmas de Gran Canaria (Santa Catalina)Gerade drehten wir uns um, damit wir uns etwas abseits beraten konnten, wohin es nun gehen sollte, da marschierte der Türsteher von der Tür an der Schlange vorbei auf uns zu und fragte, wie viele Leute wir seien. Mit Patricks Bruder waren wir 4. Schon winkte er uns zu, dass wir ihm folgen sollten. Er führte uns ganz geschmeidig an den ca. 50 Spaniern vorbei und schleuste uns in den Club. Bevor wir verstanden hatten, was hier passierte, hatte Andi schon den Durchblick: “Alles nur, weil ich so gut aussehe!”

Warum sollten nun also vier deutsche Touri-Studenten an 50 Spaniern vorbei in einen Club geschleust werden?

Tag 1 in Las Palmas

Heute war der heißersehnte Tag endlich gekommen: Der Start in unser Auslandssemester in Las Palmas! Nach einem im Großen und Ganzen angenehmen Flug von 4,5 Stunden sind Pat und ich bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad aus dem Flugzeug gestiegen.

Unsere erste Handlung war also erstmal, Pullover und Jacke auszuziehen und im Koffer zu verstauen. Mit randvollem Handgepäck, Laptop in der Hand und Koffer machten wir uns am Flughafen auf die Suche nach dem Bus (=”Guagua”) der Linie 60, der uns nach Las Palmas bringen sollte. Der Flughafen liegt im Osten der Insel und relativ zentral zwischen Touristenhochburgen im Süden und Las Palmas im Norden.

Vorbei an allen Pauschaltouristen, die von Reisebegleitern in Richtung ihrer Transfer-Busse geführt wurden, irrten wir etwas planlos durch die Gegend. Nachdem wir drei Leute gefragt hatten und wir einmal in jeder Ecke des Flughafens waren, fanden wir auch endlich die Bushaltestelle. Für 2, 70 €/Person fuhren wir innerhalb von 25 Minuten über sehenswerte Schnellstraßen an der Küste nach Las Palmas herein.

Angekommen an der Endhaltestelle Parque Santa Catalina schlenderten wir rüber zu unserem Apartmenthotel Miami, wo wir uns für die ersten 3 Tage für stolze 16 Euro pro Nacht und Person online eingemietet haben. Hier traten jedoch erneut Schwierigkeiten auf: Check-In ist laut Aushang nur zwischen 10 und 16:30 Uhr möglich. Da wir um 16:45 Uhr ankamen, standen wir vor verschlossenen Türen…

Als wir uns gerade noch fragten, was wir jetzt am besten tun sollten, kamen drei Franzosen an, die ebenfalls einchecken wollten. So standen wir zu fünft vor der Tür und kamen auch nicht weiter. Wenigstens waren wir nicht alleine in unserem Schicksal und wir hatten Hoffnung mit Hilfe der Franzosen irgendwie jemanden an die Reception zu bekommen. Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, handelte es sich um zwei Erasmus-Studenten (Architektur) und einen Vater. Keiner konnte spanisch und nur einer konnte etwas englisch. Sehr beruhigend, hier noch weitere Erasmus-Studenten zu treffen, die sprachlich noch schlechter sind als wir!

Lösung für unser Problem war schließlich eine weitere Französin, die um die Ecke kam und bereits eingecheckt war. Diese war ein echtes Sprachentalent und konnte gut spanisch und englisch. Nach einer weiteren halben Stunde war die Nummer von einer Hotel-Mitarbeiterin ausfindig gemacht, die kurze Zeit später eintraf (sie war nur wenige Meter entfernt im Pub…). Mit insgesamt zwei Stunden Verspätung waren wir endlich im Zimmer und konnten unsere Sachen erstmal in die Ecken feuern. Unser Zimmer hat eine kleine Kochnische, Waschmaschine und kostenloses W-LAN – für die ersten drei Tage der Wohnungssuche also top.

Danach sind wir erstmal mit Flip Flops die 300 Meter an den schönen Canteras-Strand. Der Strand ist der zweitgrößte Stadtstrand weltweit nach Rio de Janeiro und hat ein ganz besonderes Flair. Die Promenade mit den vielen Restaurants war sehr gut gefüllt und nach einem ersten Foto, das die Schönheit des Strandes nicht 100%ig widerspiegelt, haben wir uns nach einem Restaurant umgesehen. Wir ließen uns schließlich bei einem Chinesen nieder und gönnten uns Bratnudeln und Bier. Das eiskalte Bier kam genau richtig, da wir völlig ausgedörrt waren. Dies war uns sogar ein weiteres Foto wert, da das Bier so kalt war, dass der Bierschaum leicht angefroren war.

Danach haben wir noch einen kleinen Einkauf erledigt und haben uns auf Grund der verstrichenen Zeit beim Check-In entschieden, nicht mehr die Wohnung von außen zu begutachten, bei der wir morgen Mittag einen Besichtigungstermin haben. Morgen ist ab morgens 8 Uhr den ganzen Tag Wohnungssuche angesagt. Startpunkt wird zunächst die Universidad sein, wo die Vermieter ihre Wohnungsanzeigen angeblich sehr zahlreich an einem schwarzen Brett platzieren. Wir werden morgen berichten, ob wir bereits unsere Traumwohnung gefunden haben!